SCHLOSSPARK
Der in der sog. Burggemeinde angelegte Schlosspark erhielt seine heutige Gestalt in den 30er Jahren des 19. Jh. Die dort früher stehenden Wirtschaftsgebäude wurden durch einen englischen Schlosspark ersetzt. Von den ursprünglichen Gebäuden sind die Reitschule und das im Renaissance-Stil errichtete Hozlauer-Haus bzw. Waldhaus mit anliegendem Speicher vom Ende des 15. Jh. erhalten.
 
Das Hozlauer-Haus war ursprünglich einstöckiger Bau, in dem Heinrich von Schwamberg wohnte. Der Name des Hauses stammt von Peter Hozlauer von Hozlau, der es an Peter Vok von Rosenberg verkaufte. Peter Vok ließ hier Räumlichkeiten für die Verwaltung seines Gutes einrichten. Im Erdgeschoss waren Forst- und Wirtschaftsbüros sowie eine Wohnung, im Obergeschoss weitere Büros. Im Jahr 1759 ließ der Baumeister Donat Morazzi die ebenfalls im Erdgeschoss untergebrachte Weinbrennerei zu Wohnungen umbauen. Die Büros dienten auch der Verwaltung der herrschaftlichen Wälder, weshalb das Haus auch als Waldhaus bekannt ist.
 
Seit 1992 befindet sich im Speicher das Museum des Bildhauers Vladimír Preclík.

Über eine Doppelbogenbrücke (früher eine Zugbrücke) führte der Weg durch ein Tor in das Schlossgelände und weiter zum Schloss. Über dem Tor befand sich im Obergeschoss die Wohnung des Oberverwalters, darunter im Erdgeschoss zwei Gästeräume. Unter dem Dach hatte das Gebäude einen Wehrgang und Fenster nur nach innen zum Hof. Hinter der Durchfahrt ist links das Pförtnerhäuschen und ein Stück weiter noch ein weiteres kleines Haus mit zwei Zimmern und einer Küche. Ursprünglich waren hier bis 1812 die Pferdeställe für die Pferde der Angestellten, danach Holzspeicher. Im Jahr 1828 wurden die Innenräume zu einem Arresthaus für die Leibeigenen umgebaut. Deshalb heißt das Haus noch bis heute Kerkerhaus. Das Holzhaus sowie das Torhaus dienen auch heute noch als Büros und Wohnungen für die Angestellten.
 
Zum Schloss gehörte noch das Gebäude der ehemaligen Schlossbrauerei, das seit 1967 an die Südböhmische Ale¹-Gallerie (AJG) verpachtet ist.
 
Schon seit 1966 finden in Bechynì Internationale Keramik-Symposien statt. Ein Jahr später entstand deshalb im Zusammenhang mit der örtlichen Handwerks- und Lehrtradition hier die Keramikabteilung der Südböhmischen Ale¹-Gallerie (AJG) mit Ausrichtung auf moderne tschechische Keramik sowie Werke von Künstlern aus aller Welt, die an den Keramik-Symposien teilgenommen haben (B. Dobiá¹, A. Kroupová, die Gatten J. und P. Rada, M. Taberyová, V. ©erák, L. Tìhník, J. Viková und weitere). Dieses Internationale Keramik-Museum der AJG befindet sich in den rekonstruierten Gebäuden der ehemaligen Brauerei und in den anliegenden Burgbasteien.
Für die Öffentlichkeit werden jedes Jahr im Sommer eine Ausstellung mit Werken der Symposienteilnehmer sowie Sonderausstellungen angeboten, die verschiedene Arten von gegenwärtiger und alter Keramik und Porzellan vorstellen. Vertreten ist auch die älteste tschechische Keramik-Fachschule aus Bechynì.