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Städte der ÈSSR, ÈTK-Pressfoto, 1987
„Von der ursprünglichen Burg aus dem 13. Jahrhundert, die im südlichen Teil des Felsvorsprungs stand, sind fast keine baulichen Bestandteile erhalten. Auch von den spätgotischen Umbauten der Burg sowie dem Festungssystem sind nur Reste erhalten. Am längsten widerstanden der Ost- und der Westflügel entlang des engen Hofes Veränderungen. An diese Bauwerke schloss sich im Norden ein Querflügel mit einem großen Saal an. Im südlichen Teil wurde die Burg durch einen vierten Flügel abgeschlossen. Ein großer eckiger Turm, der die Wohnräume der Burg beschützte, stand in der nordöstlichen Ecke des Ostflügels.
Von der Inneneinrichtung blieben nach den umfangreichen Umbauten Ende des 15. und Anfang des 16. Jh. nur einige Räume im Erdgeschoss, wie z. B. ein spätgotischer Saal im Westflügel mit Netzgewölbe mit Terracotta-Rippen, in deren Schnittpunkten sich Plättchen mit den Sternberger Sternen befinden (datiert in die Jahre 1470 - 1480). Die einzigartige Architektur entstand auch dank der Beteiligung von Steinmetzen aus der Prager Burghütte. Einer davon war Wenzel Rosskopf (der auch im unweiten Tabor und Sobìslav-Sobieslav wirkte). Er baute 1515 im Erdgeschoss einen bis heute erhaltenen Saal, der zu einem Mittelpfeiler in Form eines Baums mit gestutzten Ästen aus Sandstein hin gewölbt ist. In die Südwand dieses Raumes wurde um 1520 ein Sandsteinportal eingelassen, auf dessen Gesims ein Schild mit dem Sternberger Stern eingemeißelt ist.
Nach den Umbauten durch die Sternberger folgten größere Bautätigkeiten an der Burg Bechynì erst im letzten Drittel des 16. Jh., nachdem die Burg von Peter Vok von Rosenberg erworben wurde. Unter seiner Herrschaft bekam die Burg eine ganz neue Gestalt. Ab den siebziger Jahren wurden die Gebäude der ehemaligen Burg – das sog. „alte Schloss“ abgerissen und ein sog. „neues Schloss“ errichtet. Unter der Leitung des italienischen Baumeisters Baldassare Maggi d’ Arogno entstand nördlich der alten Burg ein Renaissanceschloss, das auf einem quadratischen Grundriss um einen kleineren Hof errichtet wurde. Von der Stadt kam man über eine Zugbrücke über dem Burggraben (die später durch eine steinerne Brücke ersetzt wurde) durch das Eingangstor, über dem der Schlossturm mit einer Schlaguhr thronte. Die neu aufgestockte alte Burg sowie das neue Schloss waren aufwändig verziert, eingerichtet und bemalt. Die umfangreichsten Werke stammen von Gabriel de Blonde, Wilhelm und Bartholomäus Jelinek, die Stuckverzierung (z. B. im Richtsaal) von Antonio Melana. Ansehnliche figurale und ornamentale Malereien wurden auch in den privaten und Gesellschaftsgemächern des Schlosses ausgeführt, wie zum Beispiel im Waffensaal und dem Richtsaal.
Die spätgotische, später im Renaissancestil umgebaute Tordurchfahrt wurde mit einem Kreuzgratgewölbe abgeschlossen und Jelenice (Hirschleder) genannt. Darüber wurde im ersten Stock der prächtige Rosenbergsaal erbaut, der auch Peter Voks Hochzeitssaal genannt wird. An den Wänden ist er mit reich mit Wandmalereien verziert (z. B. die obersten fünf Gerichte des Königreiches Böhmen, Figuren aus dem alten Testament u. a.). Die Räume und Gänge im Erdgeschoss des neuen Schlosses wurden meist mit einem Kreuzgratgewölbe abgeschlossen, im Obergeschoss gab es nur teilweise Gewölbe. Die äußere Gestaltung des Schlosses wurde ebenso kostspielig ausgeführt. Die Mauern der umgebauten spätgotischen Gebäude wurden mit Malereien verziert, das neue Schloss erhielt Sgraffito-Schmuck.
Der neue Herrschaftssitz wurde auch sonst auf ein neues Niveau gehoben. In das Schloss wurde eine Wasserleitung verlegt, eine Apotheke eingerichtet und am Schloss wurde ein Garten angelegt. Zum eigentlichen Schloss gehörten noch weitere Gebäude in der sog. Vorburg, die vor allem wirtschaftlichen Zwecken dienten. Schon ab Ende des 15. Jh. stand der Speicher, im 16. Jh. wurde eine Brauerei an die Festungsmauern angebaut. Im Jahr 1586 kaufte Peter Vok von den ursprünglichen Eigentümern noch das sog. Hozlauer-Haus, das Mitte des 16. Jh. errichtet worden war.
 
Die Lage und Gestalt der kirchlichen Bauten auf dem Gut (St. Georgskirche, Kirche der Böhmischen Brüder) sind bis heute nicht zuverlässig geklärt. Ähnlich wie in den folgenden Jahrhunderten oft die Innenräume der Schlösser umgebaut wurden, indem die jeweiligen Eigentümer dem Geschmack der Zeit folgten (Empire, Rokoko, Neugotik usw.), wurden auch nicht mehr geeignete Bauwerke abgerissen und neue errichtet. Im Jahr 1690 wurde die Brauerei umgebaut (weitere Arbeiten im 19. und 20. Jh.), 1759 baute Donat Morazzi das sog. Hozlauer-Haus um. Im Jahr 1776 wurde in der Vorburg die Paar-Reitschule errichtet (umgebaut im Jahr 1864 im Geiste der romantischen Neugotik), Anfang der neunziger Jahre des 18. Jh. wurde der südliche Schlossflügel mit der Pforte und der St.-Ludmilla-Kapelle abgerissen, es folgten Teile der Befestigung, später wurde ein Empire-Park gegründet usw.“